Deutscher Weiterbildungstag 2018 im Bergischen Städtedreieck

Deutscher Weiterbildungstag 2018 im Bergischen Städtedreieck
„Alle müssen ihre Fähigkeiten optimal entwickeln können!“

 

Am 26. September fand mit einem bundesweiten Aktionstag der Deutsche Weiterbildungstag 2018 statt. Zahlreiche Aktionen im ganzen Land standen hierbei unter dem Motto „Weiter bilden, Gesellschaft stärken!“ In Wuppertal hatte die Regionalagentur Bergisches Städtedreieck zu einer regionalen Schwerpunktveranstaltung geladen. Unter dem Titel „Die Zukunft der Weiterbildung“ konnten sich die über 200 Teilnehmenden mit zukunftsweisenden Technologien vertraut machen, spannende Podiumsdiskussionen verfolgen und sich live per Smartphone einbringen.“

Mit der digitalen Transformation gehen für Unternehmen und Beschäftigte stetig wachsende Herausforderungen einher, die sich zudem individuell unterscheiden. „Ein wichtiger Baustein in der Lösungsstrategie ist die Weiterbildung aller Beteiligten am Wertschöpfungsprozess“, machten Asal Tayouri und Oliver Francke von der Regionalagentur Bergisches Städtedreieck im Rahmen der Veranstaltung deutlich. Entsprechend waren diverse Unternehmen der Region und ihre Beschäftigten in Wuppertal vertreten. Gemeinsam ging es in ungewöhnlicher und lockerer Jahrmarktatmosphäre um die Vorbereitung auf die Arbeit der Zukunft. Einschlägige Expertinnen und Experten sorgten für fachkundigen Input. 

Den digitalen Wandel nicht nur als Herausforderung zu begreifen, sondern vor allem als Chance – dies legte Christina Ramb, Leiterin der Abteilung Arbeit und Qualifizierung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS), den Teilnehmenden nahe. In Weiterbildung und Qualifizierung liege der Schlüssel für eine erfolgreiche Gestaltung dieses Wandels. Dies erfordere von den Arbeitnehmern die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Während Arbeitgeber die Weiterbildungsaktivitäten ihrer Beschäftigten strategisch unterstützen sollen, sind durch die Bundesagentur für Arbeit wiederum „passgenaue Qualifizierungsangebote und niederschwellige Zugänge“ zur Verfügung zu stellen.

Die Bildungswissenschaftlerin Anja C. Wagner erkennt die Bereitschaft eines Großteils der Menschen, ihre Zeit in die private Weiterbildung zu investieren. Jedoch fehle es häufig an institutioneller Unterstützung und geeigneter Infrastruktur – etwa beim Stichwort Netzausbau. Dabei könne das Internet als neues „Bildungssystem“ fungieren, bietet es doch gute Voraussetzungen für selbstorganisiertes, selbstbestimmtes Lernen. „Die Menschen sind „change-fähig, aber sie brauchen mehr Freiräume, um sich entfalten zu können für eine Weiterbildung am Puls der Zeit“, fasste Wagner zusammen. Hierzu sei es wichtig, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern die Möglichkeit für eigenständige Weitebildung einräumen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion plädierte Dr. Jens Stuhldreier, Referatsleiter im Arbeitsministerium (MAGS), angesichts der Notwendigkeit zum lebenslangen Lernen für eine „sensiblere Wortwahl“, bei der deutlich würde, „dass Lernen auch Spaß machen kann.“ Bei Weiterbildung in der Digitalisierung dürfe nicht nur die innovative Elite im Fokus stehen, unterstrich Martin Klebe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Schließlich seien die ungelernten Kräfte die stärkste Wachstumsgruppe im gegenwärtigen Beschäftigungsaufbau in der Region. Michael Sengstmann vom Vorstand der „Quallianz“ betonte schließlich, dass auch die Weiterbildungsanbieter, die stetig an neuen Lernkonzepten arbeiten, bei der Gestaltung der aktuellen Umbruchphase einbezogen werden müssten. Damit machte der Deutsche Weiterbildungstag in Wuppertal nicht zuletzt deutlich, dass es für die Vorbereitung auf die Arbeitswelt der Zukunft eines breiten Ansatzes bedarf, der sämtliche relevanten Akteure, aber auch eine breite Zielgruppe einbezieht.

*Quelle: Paul Pantel im Auftrag der GIB