Projektlandkarte NiederRhein und Modellprojekt Inklusion

Die Arbeitsgruppe diskutierte verschiedene zentrale Themenaspekte rund um die Frage, wie alle Menschen – auch die am Arbeitsmarkt Benachteiligten und Bildungsfernen – im Digitalisierungsprozess mitgenommen werden können. Die Idee ist im Rahmen des Ideenlabors der Region NiederRhein entstanden, das am 9.12.2016 in Duisburg stattfand.

Im Ergebnis der Diskussion wurde festgehalten, dass für den digitalen Wandel der Arbeitswelt die häufig geforderte und durchaus notwendige Medienkompetenz als Lösung zu kurz greift. Notwendig ist in der Gesamtbevölkerung ein breites Verständnis von Technik und technischen Zusammenhängen, das über die reine Bedienung von Technologien hinausgeht. Diese Technikkompetenz ist über die gesamte Bildungskette (frühkindliche Bildung, Schule, Ausbildung, Studium, Fort- und Weiterbildung etc.) zu vermitteln und von zentraler Stelle zu organisieren. Eine Anregung bestand darin, auch das betriebliche Lernen neu zu gestalten: Auszubildende lernen von der Meisterin und vom Meister und umgekehrt – wobei Jüngere vor allem ihre digitalen Kompetenzen einbringen könnten.

Ein weiterer Themenaspekt ist „Inklusion und Digitalisierung“. Im Rahmen von z.B. geförderten Bedarfsanalysen und Projekten können Modelle digitalisierter Arbeitsgestaltung für Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen entwickelt werden, die eine Inklusion aller Menschen in der Arbeitswelt zum Ziel haben. Benötigt werden Konzepte für Unterstützungsstrukturen und gute Unternehmensbeispiele, die auch allen Menschen mit Beeinträchtigungen eine Teilhabe am Arbeitsleben ermöglichen.

Da es bereits vielfältige Projekte und Initiativen für verschiedene Zielgruppen in der Region gibt, wäre es außerdem wichtig, eine regionale Bestandsaufnahme zur Digitalisierung der Arbeitswelt durchzuführen. Wo gibt es bereits Projekte, Initiativen, Unternehmen die als gute Beispiele fungieren (‚Projektlandkarte’)? Gefordert wurde in diesen Zusammenhang die Verstetigung und finanzielle Absicherung bereits vorhandener guter Projekte.

Weiterhin wurde ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs zum Thema Humanisierung der Arbeitswelt angeregt. Es bedarf einer Sensibilisierung für die Frage: Was passiert mit den Menschen, die nicht für die digitale Arbeitswelt qualifiziert sind? Was können und möchten wir uns als Gesellschaft leisten?

Hier sollte sich in den nächsten Schritten die Frage gestellt werden, in welche Formate diese Themen und Ideen eingebracht werden können und an welcher Stelle auch die Politik einbezogen werden müsste.

Kontaktinformationen

Regionalagentur Niederrhein
Magdalena Kowalczyk
M.Kowalczyk@stadt-duisburg.de

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