Arbeitsgestaltung und Branchenbündnis 4.0

Wie können alle Menschen im betrieblichen und regionalen Kontext fit für den digitalen Wandel gemacht und im Digitalisierungsprozess mitgenommen werden? In der gemeinsamen Diskussion wurde eine Vielzahl von Ansätzen und Bausteinen identifiziert, die in der Region branchenübergreifend angestoßen werden müssen. Die Ergebnisse lassen sich unter dem Begriff Arbeitsgestaltung 4.0 zusammenfassen.

Zunächst wurde festgehalten, dass ein Ideologiewechsel im Denken und Handeln der Region eine notwendige Voraussetzung darstellt. Mit Hilfe der Digitalisierung sollten Betriebe die Chance nutzen, anhand ihrer Bedarfe neue Arbeitsplätze zu schaffen und ihre Arbeit zu optimieren anstelle vorhandene Arbeitsplätze durch die Digitalisierung zu streichen. Ein zentrales Ziel wurde darin gesehen, dass es gelingen muss, Beschäftigte mit geringer Qualifizierung dahingehend zu befähigen auch höher qualifizierte Tätigkeiten mit Hilfe der Digitalisierung auszuüben damit ihnen weiterhin Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt geboten werden können. Dementsprechend muss es in der Region eine Vielzahl von Projekten für einzelne Branchen geben, die genau dieses Ziel verfolgen. Ein mögliches Beispiel wäre der Einsatz eines digitalen Dokumentationssystems oder einer Sprachsoftware im Bereich der Pflege. Mit Hilfe einer solchen Software könnten insbesondere Zuwanderer mit geringer Qualifikation im Pflegebereich eingesetzt werden, deren Sprachkenntnisse bislang nicht für diese Tätigkeit ausreichen. Durch die Spracherkennung haben die Personen die Möglichkeit, die Dokumentation von Pflegeprotokollen in ihrer Landessprache einzupflegen, welche dann ins Deutsche übersetzt und gemäß dem Fachvokabular für die Pflegeleitung und Ärzte dokumentiert würde.

Grundlage für diese Projekte und Initiativen seien Rahmenbedingungen, die auf politischer Ebene gegeben werden müssen. Dazu bräuchte es auch ein breites Bündnis in der Region, in welchem die Akteurinnen und Akteure der Politik, des Arbeitsmarkts, der Wissenschaft, der Bildung und der IT-Branche zusammenkommen und in vielen kleinen Branchenprojekten jeweils zunächst die Bedarfe analysieren und dann gemeinsam Lösungen finden und in Kooperationsprojekten umsetzen.

Kontakt: Charlotte Höfinghoff, Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet (charlotte.hoefinghoff@stadtdo.de)

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