Eine Skills-Plattform für die Region Hellweg-Hochsauerland

Gemeinsam Kompetenzen und Fähigkeiten identifizieren, um Potentiale gezielt zu fördern - diese Idee ist im Rahmen des Ideenlabors der Region Hellweg-Hochsauerland entstanden, das am 25.11.2016 in Arnsberg stattfand.

Viele Unternehmen können heute noch nicht abschätzen, welche übergreifenden, nicht-fachspezifischen Kompetenzen in einer digitalen Arbeitswelt benötigt werden. Gleichzeitig fällt es den Akteuren der Bildungslandschaft schwer, bedarfsgerecht zu fördern, wenn die Anforderungen von Unternehmensseite unklar sind. Dabei ist klar: Die Menschen in der Region bringen viele Potenziale mit – diese gilt es im digitalen Wandel zu entwickeln.

Unterstützung könnte die „Skills-Plattform“ der Region Hellweg-Hochsauerland bieten. Die Idee: Im Austausch miteinander identifizieren Bildungseinrichtungen, Unternehmen und weitere Akteure des Arbeitsmarktes übergreifende Fähigkeiten, die im digitalen Wandel benötigt werden. Erste diskutierte Beispiele waren im Ideenlabor „Reflexionsfähigkeit“ oder „Fähigkeit zur Zusammenarbeit in Projekten“. Sind diese Fähigkeiten gemeinsam identifiziert, können diese im Anschluss gezielt gefördert sowie in der Rekrutierung von Beschäftigten genutzt werden. Die Plattform sucht also gezielt nicht-fachspezifische, „persönliche“ Fähigkeiten – und macht so die Potenziale der Menschen der Region sichtbar. Vorhandene Fähigkeiten und unternehmerische Bedarfe kommen so zusammen.

Von der Plattform profitieren somit auch Menschen, die bisher einen erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt haben. So gelingt es, dass keine/r bei der Digitalisierung der Arbeitswelt auf der Strecke bleibt. Die Plattform hebt neue Potenziale in der Region – für innovative, zukunftsfähige Unternehmen und attraktive Bildungsangebote.

Die Idee der Plattform wird im Zusammenspiel der beteiligten Akteure weiter konkretisiert. In den Prozess sollen Unternehmen, Arbeitssuchende, Azubis und Beschäftigte auf Augenhöhe eingebunden werden.


Erstes Ideen-Update vom 31.01.2017

Am 31.01.2017 traf sich die AG Skills-Plattform zum zweiten Mal, um die Idee aus dem Ideenlabor vom 25.11.2016 weiterzuentwickeln. Bei der Umsetzung der Skills-Plattform kann in der Region an das bestehende ERASMUS+ Projekt „PASS2WORK“ der Europa-Agentur Kreis Soest angeknüpft werden. In diesem Rahmen findet mit Fokus auf den Übergang Schule-Beruf in Kürze eine Unternehmensbefragung in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Hellweg – Lippe und der IHK Arnsberg unter Handwerks- und IHK-Ausbildungsbetrieben der Region statt. Ziel ist dabei, für 16 Berufsfelder berufsrelevante Sozialkompetenzen von Schülerinnen und Schülern zu identifizieren.

Die AG würde diesen Ansatz auf Erwachsene übertragen und um die Aspekte Qualifizierung Beschäftigter, Stellenwechsel, Berufsrückkehr und Integration in Arbeit ergänzen. In einem weiteren Schritt soll zudem von der AG erarbeitet werden, wie die „versteckten“ informellen Kompetenzen (z.B. Organisationstalent von Alleinerziehenden oder Führungsqualitäten von Sporttrainern) von Beschäftigten, Berufsrückkehrenden und Arbeitslosen ermittelt werden können.

Idealerweise können beide Projekte auf der Skills-Plattform als Matching-Portal zusammengebracht werden.


Zweites Ideen-Update vom 23.11.2017

In zwei Diskussions-Phasen erarbeiteten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen im Ideenlabor eine Strategie für das Jahr 2018. Insbesondere sollen die Anforderungen der Zukunft vertieft und Handlungsoptionen, z.B. in Bezug auf Skills und Qualifizierung, erarbeitet werden. Dieses soll als roter Faden für den Prozess dienen. Ziel ist die Idee eines regional angepassten Online-Tools, das neben den klassischen Fachkompetenzen vor allem Soft Skills identifizieren soll, welche für Unternehmen und Arbeitgeber in der Region in Zukunft noch stärker an Bedeutung gewinnen werden.

Konkretisierung der Skills-Plattform

Die Teilnehmenden des Lenkungskreises beabsichtigen mit der Skills-Plattform, dass diese Schülerinnen, Schüler, Studierende, Arbeitsuchende und Menschen in einer beruflichen Umorientierungsphase dabei unterstützen soll, ihre Potentiale und Kompetenzen besser wahrzunehmen und das Bewusstsein für Soft Skills zu stärken.  Der Berufskompass des AMS dient als Grundidee. Wichtig für das Verständnis und die genaue Beschreibung der eigenen Kompetenzen sei es, die abgefragten Fähigkeiten mit konkreten Beispielen zu veranschaulichen.

Weiterhin soll die Skills-Plattform Kooperationen und Vernetzungen fördern und als Angebot zur Vermittlung der für die Arbeitgeber der Region relevanten Kompetenzen dienen. Jedoch kann und soll die Plattform keine persönliche Beratung ersetzen, sondern diese unterstützen und ergänzen, so die einstimmige Meinung der Teilnehmenden. Durch die Einführung einer Skills-Plattform sollen keine Doppelstrukturen in der Region entstehen. Ziel ist es, die vorhandenen Angebote zu bündeln.

Erfolgskriterien sind die zielgruppengerechte Aufbereitung der Informationen sowie der Einbezug und die Kooperation mit Schulen, dem Ehrenamt sowie Beratungsstellen.

Entwicklung der Strategie 2018

Bei der Entwicklung der Strategie für das kommende Jahr spielte die Skills-Plattform für die Mitglieder des Lenkungskreises eine wichtige Rolle: Sie soll als Strategie weiter ausgearbeitet und konkretisiert werden. In einem ersten Schritt soll der Status Quo der bereits vorhandenen Beratungs- und Angebotslandschaft ermittelt, der AMS-Berufskompass als Grundlage geprüft und ein „Fahrplan“ für das weitere Vorgehen entworfen werden. Die Einreichung der Idee beim Förderaufruf „Regio-Call 2018“ des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW (MWIDE) wird ebenfalls geprüft. Die Zielgruppen müssen in einem nächsten Treffen definiert werden. Genannt wurden unter anderem Langzeitarbeitslose, Geflüchtete und Berufsrückkehrende.

Neben der Skills-Plattform könnten 2018 ebenfalls Herausforderungen im Bereich der Mobilität angegangen werden. Beispielsweise stellten sich die Teilnehmenden die Frage, was getan werden muss, damit Auszubildende – gerade in ländlichen Regionen – Unternehmen und Berufsschulen besser und schneller erreichen können.

Des Weiteren verständigten sich die Teilnehmenden des Ideenlabors darauf, die im Rahmen des Dialogprozesses NRW 4.0 entstandenen Kontakte zu anderen Akteuren und Regionalagenturen auf Landesebene stärker auszubauen und zu verknüpfen. Als nächster Schritt soll es im ersten Quartal 2018 ein weiteres Treffen des Lenkungskreises geben zu dem dann auch die Vertreter der Regionalagentur OWL eingeladen sind. Die Strategie hat zum Ziel, Ängste vor der Digitalisierung in Unternehmen abzubauen und die Region als Wirtschaftsstandort zu stärken. Als eine Option für die weitere Entwicklung der Skills Plattform wurde die Beteiligung an der Regionale 2025 diskutiert.

 


Kontaktinformationen

Regionalagentur Hellweg-Hochsauerland, Ursula Rode-Schäffer (Geschäftsführerin), rode-schaeffer@r-h-h.de