Ideenlabor in der Märkischen Region

Branchendialoge, Modulare Qualifizierungsangebote und mehr Transparenz in der Ausbildung

30.11.2016 14:00 17:00
Technikzentrum Südwestfalen in Lüdenscheid

Die Digitalisierung verändert die Arbeitswelt – und mit ihr auch die Ausbildung. Doch welche konkreten Anforderungen ergeben sich aus diesen Entwicklungen für die Märkische Region?  Diese Frage diskutierten die Teilnehmenden des Ideenlabors am 30. November 2016 im Technikzentrum Südwestfalen in Lüdenscheid. Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Lehre, regionalen Institutionen und wissenschaftlichen Instituten waren der Einladung der bei der agentur mark angesiedelten Regionalagentur Märkische Region gefolgt, die den Märkischen Kreis, Hagen und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises betreut.

In einem Impulsvortrag gewährte Thomas Haensel, Geschäftsbereichsleiter „Berufliche Bildung“ bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK), Einblicke in die Situation in der Region. Dabei stellte er unter anderem die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung[1] vor, die die Industrie- und Handelskammern Arnsberg, Siegen und Hagen im Frühjahr 2015 durchgeführt haben. Die Umfrage habe unter anderem gezeigt, dass viele Unternehmen in der Region bei „Industrie 4.0“ noch am Anfang der Entwicklung stünden. Gleichzeitig werde bereits viel gemacht, einige Vorreiterunternehmen hätten sich bereits auf den Weg gemacht, so Haensel.

In der anschließenden Diskussionsrunde zeigte sich, dass es erfolgskritisch ist, eine gemeinsame Perspektive bezüglich der Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung zu entwickeln, um dann gemeinsam aktiv zu werden. Mit Blick auf die veränderten Anforderungen an die Ausbildung identifizierten die Teilnehmenden drei zentrale Fragen, die sie anschließend in Kleingruppen vertiefend diskutierten:

  1. Wie können mit Industrie 4.0 verbundene spezielle Kompetenzen sichtbarer gemacht werden und was bedeuten diese für die Ausbildung?
  2. Wie können Unternehmen, Ausbilder & Azubis für den digitalen Wandel aufgeschlossen werden?
  3. Wie können vielfältige Aktivitäten zu Industrie 4.0 in der Region synchronisiert werden?

In allen drei Gruppen zeigte sich: Um die Ausbildung in der Region auf die veränderten Anforderungen auszurichten, braucht es gemeinsame Aktionen. Anstrengungen müssen gebündelt, Kräfte vereint und Synergien genutzt werden. Erste Ideen, wie dies funktionieren kann, erarbeiteten die Teilnehmenden des Ideenlabors: Ein enger Austausch zwischen aktiven regionalen Wirtschafts- und Arbeitsmarktakteuren und Unternehmen z.B. in Form von Branchendialogen oder einer Plattform bietet Informationen und soll Akteure vernetzen. Modular angelegte Qualifizierungsangebote können dazu beitragen, dass für die Digitalisierung benötigte Kompetenzen zielgerichtet gefördert werden. Eine weitere Idee ist es, mehr Transparenz über die Aktivitäten aller an Ausbildung beteiligten Akteure zu schaffen.

„Viele Veranstaltungen beschäftigen sich mit der fernen Zukunft. Das Ideenlabor hat sich mit konkreten nächsten Schritten beschäftigt“, zeigte sich ein Veranstaltungsteilnehmer in der Abschlussrunde begeistert. Mit der Veranstaltung sei der erste Schritt gegangen, resümierte Johanna Muhl von der agentur mark abschließend. „Jetzt kommt es darauf an, dass wir gemeinsam die nächsten Schritte gehen!“

 


[1] https://www.sihk.de/innovation/technologie/Industrie4/Umfrageergebnisse_2015/2682360