Ideenlabor Niederrhein

Eine Projektlandkarte, ein Netzwerk für KMU und eine Plattform für attraktive Arbeitgeber

09.12.2016 14:00 18:00
Niederrheinische IHK, Duisburg

Wie kann Fachkräftesicherung in Zeiten der Digitalisierung in der Region NiederRhein gelingen? Wie können die Bedingungen für gute, faire Arbeit in den kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region weiterentwickelt und zugleich die Beschäftigten für die komplexen Anforderungen in der digitalen Arbeitswelt stark gemacht werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 1. regionalen Ideenlabors NiederRhein, das am 9. Dezember 2016 von der Regionalagentur NiederRhein in Kooperation mit der Niederrheinischen IHK Duisburg-Wesel-Kleve ausgerichtet wurde. Mehr als 30 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Wirtschaftsförderungen, Gewerkschaften, Betriebsräten, Sozialforschungs-instituten, dem 3D-Kompetenzzentrum Niederrhein/FabLab an der Hochschule Rhein-Waal, Verbänden, weiteren Institutionen sowie Studierende der regionalen Hochschulen und das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Niederrhein nahmen an dem Ideenworkshop in der Niederrheinischen IHK in Duisburg teil. Ziel war es, gemeinsam konkrete Gestaltungsideen und Impulse für den digitalen Wandel in der Region NiederRhein zu erarbeiten und so die Arbeitswelt der Zukunft aktiv zu gestalten. Dabei ging es insbesondere darum, Chancen der Digitalisierung für die Gewinnung, Qualifizierung und Sicherung von Fachkräften zu erkennen und zu nutzen.

„Der demografische Wandel und die zunehmende Digitalisierung haben große Auswirkungen auf unsere Arbeitswelt“, führte Matthias Wulfert, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen IHK in die Thematik ein. „Laut unserer aktuellen Konjunkturumfrage rechnen rund 40% der Unternehmen mit einem Mangel an Fachkräften infolge der demografischen Entwicklungen. Gleichzeitig stellt uns die Digitalisierung vor große Herausforderungen: Berufe verändern sich und stellen neue Anforderungen an bestehende und zukünftige Fachkräfte in den Unternehmen. Die Frage ist, wie gut sind wir am Niederrhein für diesen Wandel aufgestellt?“

Nach dem Impuls „Arbeit 4.0 im Dialog“ von Dr. Jens Stuhldreier, Leiter des Referats „Modernisierung der Arbeit“ im NRW-Arbeitsministerium, arbeiteten die Teilnehmenden in drei moderierten Kleingruppen. Ausgangspunkt der Ideenentwicklung waren die Blickwinkel von drei fiktiven Personen, die unterschiedlichen Herausforderungen der Digitalisierung und der Fachkräftesicherung begegnen:

  • Wie können sich − gerade auch kleinere Unternehmen der Region − gemeinsam als attraktive Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sichtbar machen?
  • Wie können Betriebe im digitalen Wandel ihre Unternehmenskultur so gestalten, dass sie für Fachkräfte attraktiv ist?
  • Wie können wir sicherstellen, dass beim digitalen Wandel alle Menschen mitgenommen werden und es keine digitalen Verlierer in der Region gibt?

Die im Ideenlabor in Duisburg entwickelten Gestaltungsideen bieten erste konkrete Ansätze, wie der Herausforderung der Fachkräftesicherung in der Region chancenorientiert begegnet werden kann. Auf der Unternehmens-Plattform Was tun wir am Niederrhein präsentieren sich regionale Unternehmen gemeinsam für Absolventinnen und Absolventen sowie Fachkräfte. Die Rekrutierungsberatung We make you sexy, NiederRhein hat zum Ziel, die Unternehmen darin zu unterstützen, ihr Personal- und Unternehmensmarketing entsprechend den Anforderungen der Digitalisierung in der Region anzupassen und zugleich ein positives Image für die Bewerbung der Region Niederrhein als zukunftsfähigen Arbeitsstandort zu generieren.

Zudem wurden verschiedene zentrale Themenaspekte, die im Zusammenhang mit dem Fachkräftebedarf und digitalem Wandel in der Region angegangen werden sollten, diskutiert und in einem Brainstorming zusammengefasst: Benötigt wird 1.) in der Gesellschaft allgemein ein breiteres Verständnis für Technik und technische Zusammenhänge, 2.) ein gesamtgesellschaftlicher Diskurs zur Humanisierung der Arbeitswelt, 3.) ein Voranbringen des Themas „Inklusion und Digitalisierung“ in der Arbeitswelt sowie 4.) eine Bestandsaufnahme zu den regional bereits bestehenden Aktivitäten und Projekten zur digitalen Arbeitswelt.

Nadine Deutschmann von der Niederrheinischen IHK und Magdalena Kowalczyk von der Regionalagentur NiederRhein bedankten sich bei den Teilnehmenden für ihr Engagement: „Es sind heute viele gute und kreative Ideen entstanden, die wir nun in einem nächsten Schritt weiter priorisieren und gemeinsam mit Ihnen konkretisieren möchten. Das 1. regionale Ideenlabor in der Region NiederRhein hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen und in einen gemeinsamen Dialog zu treten. Denn nur so können wir die Herausforderungen des digitalen Wandels und die Gestaltung guter, fairer Arbeit 4.0 zukünftig meistern.“ Auch Gabriel Spitzner, Leiter der Regionalagentur NiederRhein, bewertete den Diskussionsprozess als sehr wertvoll: „Ich finde es wichtig, dass wir alles festhalten und in der Region gewinnbringend weiterführen.“