Ideenlabor Region Westfälisches Ruhrgebiet

Ein Erlebnisparcours „DigitTEILisierung“, Digitalisierungsberater und ein Branchenbündnis 4.0

18.05.2017 09:00 13:00
Rheinische Straße 137, 44147 Dortmund

„Verstecken gilt nicht, Arbeit 4.0 kommt“ – so die Einschätzung von Experten. Wie Digitalisierung die Arbeitswelt verändert und wie dieser Wandel gemeinsam in der Region gestaltet werden kann – diese Fragen wurde beim Ideenlabor des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAIS) und der Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet am 18. Mai 2017 in Dortmund diskutiert. 

Der Lenkungskreis der Region Westfälisches Ruhrgebiet traf sich an diesem Tag, um anhand der Persona-Methodegemeinsam an den Herausforderungen im Rahmen des digitalen Wandels zu arbeiten. Somit haben über 30 Entscheiderinnen und Entscheider aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Zivilgesellschaft in Dortmund in der Werkhalle der Urbanisten e.V. neben dem stillgelegten Schmelzofen neue Ideen entwickelt. „Dieser Ort verbindet das, was war, mit dem, was zukünftig kommen wird“, stellte Dr. Jens Stuhldreier, Leiter des Referats „Modernisierung der Arbeit“ im MAIS eingangs fest. Die Digitalisierung sei eine funktions- und bereichsübergreifende Aufgabe, die von allen mitgetragen werde müsse. Im Mittelpunkt der durch Open.NRW geförderten Ideenlabore steht daher die gemeinsame Entwicklung von Ideen für die Gestaltung guter und fairer Arbeit im digitalen Wandel.

In ihrem Impulsvortrag zeigte Nina Moeller, Leitung Learning + Development, bei der Materna TMT GmbH zentrale Entwicklungslinien der Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt auf. Sie betonte dabei, dass Digitalisierung weitaus mehr sei als nur ein IT-Thema. Neue Technologien stellten neue Anforderungen, was schließlich zu einem veränderten Kompetenzbedarf führe. „Zunehmend wichtiger wird Prozessverständnis statt Silodenken, Steuern statt Ausführen und Antizipieren statt Reagieren.“, so Moeller. Die wesentliche Frage bleibe jedoch, wie alle Menschen bei dem Prozess mitgenommen werden können.

In drei Kleingruppen erarbeiteten die Teilnehmenden schließlich aus dem Blickwinkel einer fiktiven Person erste Gestaltungsideen, wie den Herausforderungen der Digitalisierung in der Region begegnet werden kann. Folgende Fragestellungen bildeten den Ausgangspunkt der Diskussionen:

  • Wie kann es gelingen, auch geringqualifizierte Arbeitskräfte im digitalen Wandel mitzunehmen?
  • Welche Qualifizierungsmöglichkeiten sind insbesondere für Beschäftigte in der Logistik und Produktionswirtschaft denkbar?
  • Wie funktioniert eine moderne Qualifizierungsberatung vor dem Hintergrund des digitalen Wandels in der Region?

Die Ideen, die im Rahmen des Ideenlabors entwickelt wurden, bilden nunmehr erste konkrete Ansätze, wie die Region fit für den digitalen Wandel gemacht werden kann. Der Erlebnisparcours „DigiTEILisierung“ soll die Digitalisierung für Beschäftigte und insbesondere Führungskräfte erlebbar machen und den Besuchern ein Gefühl dafür geben, was die Digitalisierung mit sich bringen könnte. Mit den Digitalisierungsberatern könnte ein unabhängiges Beratungsangebot geschaffen werden, das Unternehmen bei der Identifikation von Qualifizierungsbedarfen unterstützt. Unter dem Titel Arbeitsgestaltung und Branchenbündnis 4.0 wurden verschiedene Herausforderungen und Ansätze zum Thema Geringqualifizierte diskutiert.

Zum Abschluss dankte Herr Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland sowie Vorsitzender des Regionalen Facharbeitskreises, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die engagierten Diskussionen und hob die Bedeutung des Themas hervor: „Das Ideenlabor bot die Möglichkeit, sich mit dem Thema Arbeit 4.0 eingehend zu beschäftigen und den Weg zu konkreten weiteren Schritten zu ebnen.“