Futuro Digital: Die neue Qualität der Arbeitswelt 4.0

Ganz praktisch erlebbar wurde die Digitalisierung in der offenen Werkstatt des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards in Köln. Ein passender Rahmen, um sich mit der Frage zu beschäftigen, wie insbesondere kleine und mittlere Unternehmen ihren individuellen Erfolgsweg im digitalen Wandel finden können. Hierfür kamen auf Einladung der Regionalagentur Region Köln am 11. Juni 2019 knapp 100 Unternehmensvertreterinnen und -vertreter zu „Futuro Digital“ zusammen.

Im digitalen Wandel voneinander lernen

Bettina Bartz vom Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum eStandards stellte zu Beginn der Veranstaltung das Kompetenzzentrum sowie die offene Werkstatt im GS1 Knowledge Center in Köln vor: „Wir unterstützen KMU ganz individuell beim Schritt in die Digitalisierung, insbesondere im Hinblick auf den Nutzen von Standards an Schnittstellen.“ Von Seiten des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW (MAGS) begrüßte Referatsleiterin Dr. Wiebke Lang die Teilnehmenden: „Gerade kleinere Betriebe beschäftigt die Frage, was Digitalisierung gerade für sie bedeuten kann, was es für Handlungsoptionen und Unterstützungsangebote gibt.“ Entsprechend sollte „Futuro Digital“ Digitalisierung erfahrbar machen und mit Anregungen, Ideen und Unterstützungsmöglichkeiten verknüpfen.

Unter dem Motto „voneinander lernen“ konnten sich die Teilnehmenden bei einer moderierten Gesprächsrunde einen Eindruck von den Erfahrungen verschaffen, die Unternehmen auf ihrem Weg in der Digitalisierung bereits gemacht haben. Filiz Gencer etwa möchte den Kunden in ihrem Unverpackt-Laden migori trotz fehlender Verpackungen die Produktinfos leicht verfügbar machen. Das Kompetenzzentrum unterstützt sie dabei, dafür ein QR-Code-System einzurichten. „Wir werden im gesamten Prozess begleitet, von Design und Textarbeit bis zur Generierung der Codes“, berichtet Gencer. Erfolgreiche Change-Prozesse müssen gemeinsam mit den Beschäftigten gestaltet werden, betont Ralf Janssen von der Entwicklungsberatung Kompano. „Damit es sich lohnt, braucht es neben Durchhaltevermögen Vertrauen in die Mitarbeitenden, um gemeinsam erarbeitete Innovationen am Ende auch durchzusetzen.“ Wolfgang Cieplik vom Automatisierungsunternehmen Unitechnik weiß aus Jahrzehnten Digitalisierungserfahrung: „Weil das nötige Fachwissen immer schneller wächst, haben Beschäftigte heute eine größere Selbstverantwortung, sich weiterzubilden – dafür braucht es auch ein entsprechendes Angebot.“

Eine Auswahl der attraktivsten Förderangebote von sowohl Bundes- als auch Landesförderprogrammen wurde den anwesenden Teilnehmenden von Dr. Wiebke Lang vom MAGS und Dr. Kai Pflanz von der NRW.Bank vorgestellt. Potentialberatungen oder Bildungsscheck vom Land NRW, ein Digitalisierungskredit der NRW.Bank und „go-digital“ vom Bund sind nur einige Beispiele: „Es gibt eine Menge Programme, egal ob man gerade beginnt oder bereits konkrete Projekte umsetzt“, sagt Dr. Pflanz. „Der Weg zur individuell jeweils passenden Förderung sollte mit einer Beratung beginnen, etwa bei Regionalagenturen, dem Kompetenzzentrum, Wirtschaftsförderungen oder Kammern.“ Eine Übersicht über die verschiedenen Fördermöglichkeiten von EU, Bund, Land und der NRW.Bank bietet die Produktsuche der NRW.Bank.

Den erfahrbaren Einblick in die Digitalisierung, praktische Impulse und weitere Denkanstöße zum Thema Arbeit der Zukunft gab es im dritten Teil der Veranstaltung: So konnten in kurzen Workshops agile Arbeitsmethoden oder Design Thinking getestet werden. Die Erlebniswelten der offenen Werkstatt eröffneten zudem eindrückliche Perspektiven auf das Potenzial von Standards und Vernetzung in der Alltags- und Arbeitswelt, etwa im Einzelhandel, im Gesundheitswesen oder bei vernetzten Lieferketten in der Industrie 4.0. Zum Abschluss bestand Raum für lockeren Austausch und Vernetzung am Büffet und an den Infopoints des IT Forum Oberberg e.V., der NRW.Bank, der Regionalagentur Region Köln, der Wirtschaftsförderung Oberberg und des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums.